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Schlafen im Alter – nicht immer erholsam

Viele ältere Menschen wissen es: Ein- und Durchschlafstörungen sind in dieser Bevölkerungsgruppe weit verbreitet. Die Ursachen dafür sind vielschichtig. Zum Teil ist die schlechte Schlafqualität dem Alter geschuldet. Zu anderen Teilen beruht sie auf Erkrankungen, Sorgen oder einer ungeeigneten Matratze. Angesichts gesundheitlicher Probleme werden Einschlafstörungen und Schlafdefizite im Alter jedoch oft nicht wichtig genug genommen. Eine Schlaftablette ist aber nicht immer die beste Lösung. Die Ursachen der Schlafstörung sollten ermittelt werden. Fakt ist: Im Alter schwindet oft das Schlafbedürfnis.

 

Auch der Schlaf verändert sich im Alter

Der Anteil an Tiefschlaf-Phasen fällt altersbedingt kleiner aus. Der Schlaf wird dadurch oberflächlicher und störanfälliger. Zudem sind ältere Menschen, die nicht mehr mobil genug sind, körperlich nicht ausgelastet. Sie schlafen daher schwerer ein oder wachen nachts mehrfach auf. Der gewohnte Mittagsschlaf kann die nächtliche Schlafstörung begünstigen. Wer mittags zu lange schlummert, wartet oft umso länger auf die abendliche Müdigkeit. Auf der anderen Seite kann ein Stündchen Mittagsschlaf jedoch die nächtlichen Schlafdefizite kompensieren.

Zu unterscheiden ist zwischen dem alterstypisch leichteren und kürzeren Schlaf und einer echten Schlafstörung. Wer länger als einen Monat lang schlecht schläft, sollte zwecks Abklärung der Ursachen zum Hausarzt gehen.

 

Weitere Gründe für ein verändertes Schlafverhalten

Neben dem altersbedingt veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus können auch altersbedingte Augenerkrankungen, geschwächte Sehkraft sowie verringerte Beweglichkeit die Schlafqualität beeinflussen. Wer sich tagsüber weniger oft im Freien aufhält, schläft nachts automatisch schlechter. Die bewusste Wahrnehmung der Tageszeiten und ihrer unterschiedlichen Lichtverhältnisse fehlt.

Im Alter bildet sich weniger Melatonin. Ohne ausreichende Mengen dieses Schlafhormons schlafen alte Menschen automatisch schlechter ein.

Zudem leiden ältere Menschen häufig unter Blasenschwäche. Durch nächtliches Wasserlassen, Schnarchen, Schlafapnoe, chronische Schmerzen oder andere Alterserkrankungen wachen viele Senioren nachts mehrfach auf.

Bestimmte Medikamente können alten Menschen den Schlaf erschweren oder rauben. Je älter ein Mensch wird, desto wahrscheinlicher muss er eines oder mehrere solcher Medikamente dauerhaft einnehmen. Damit sind Schlafstörungen vorprogrammiert.

Wer sich einsam fühlt und an Über- oder Unterforderung leidet, wer Ängste vor Siechtum und Tod mit sich herumträgt, schläft ebenfalls schlecht.

Hinzu kommen äußere Störfaktoren wie Straßenlärm, durchgelegene Matratzen, Fernseher im Schlafzimmer oder überheizte bzw. zu kühle Schlafzimmer.

Die gute Nachricht ist: Den meisten Schlafproblemen kann auch ohne Schlaftabletten abgeholfen werden. Orthopädische Matratzen, eine Wärmflasche, Melatonin-Spray und ein gelüftetes Schlafzimmer sind hilfreich für gute Schlafqualität.

Tipps für einen besseren Schlaf:

 

  • Tägliche Bewegung an der frischen Luft: Sie können sich bei ausreichender Mobilität einer Seniorensportgruppe anschließen. Das tägliche Streben sollte sein, durch altersgerechtes Training beweglicher und mobiler zu werden. Im Sportverein können ältere Menschen lernen, Stürzen entgegenzuwirken. Zugleich pflegen sie soziale Kontakte. Trainierte Senioren sind körperlich belastbarer. Die meisten Sportvereine haben altersgerechte Angebote für Senioren im Programm. Auch geistige Beschäftigung, aktive Teilnahme am Gemeindeleben oder nachbarschaftlichen Aktivitäten sind wichtig, um gut zu schlafen.
  • Das Schlafzimmer sollte ausreichend abgedunkelt werden. Wer nachts austreten muss, sollte für passendes Licht sorgen.
  • Das Mittags-Nickerchen sollte maximal eine halbe Stunde dauern. Ein geregelter Tagesablauf hilft dem Organismus, sich zur Schlafenszeit müde zu fühlen.
  • Auf den spannenden TV-Krimi sollten schlafgestörte Menschen verzichten.
  • Als natürliche Einschlafhilfen können Melatonin-Spray, Baldrian-Tropfen oder ein Gute-Nacht-Kräutertee genutzt werden. Auch eine Tasse warme Milch mit Honig oder eine halbe Banane wirken entspannend. 

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